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Circuspädagogik. Erarbeitung einer Konzeption für einen Akrobatik- und Menschenpyramidenworkshop mit dem Ziel einer Präsentation

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ISBN: 3589215542   ISBN: 3589215542   ISBN: 3589215542   ISBN: 3589215542 
 
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3. Exkurs: Akrobatik

 

a. Geschichte

“Das Wort Akrobatik entstammt der griechischen Sprache und bedeutet soviel wie ‘auf den Zehen gehend‘. Der Begriff Akrobatik taucht jedoch erstmals während des 18. Jahrhunderts in Frankreich auf und war die Bezeichnung für den Seiltänzer im Jahrmarktstheater.” (vgl. Melczer-Lukacs 1989, S. 9)

Das Bauen von Menschenpyramiden jedoch hat schon eine sehr lange Tradition:

Es existieren ägyptische Malereien aus dem Jahr 2000 v. Chr., die Menschenpyramiden zeigen, so daß angenommen wird, daß “diese Form der Akrobatik aus Ägypten stammt” (Fodero 1996, S. 11). Bei den antiken olympischen Spielen der Griechen war das Pyramidenbauen ein Bestandteil, und römische Soldaten nutzten es gar gelegentlich, um feindliche Stadtmauern zu erobern.

Es folgten 1000 Jahre Dunkelheit bezüglich der Bühnenkunst in Europa, erst im 16. Jahrhundert wird von Akrobatikwettkämpfen bei den Venezianischen Spielen in Italien berichtet, bei denen es allerdings in erster Linie um ein Kräftemessen ging, “was schon aus dem Namen; Forze d‘ Ercole (Die Arbeiten des Herkules) hervorgeht.” (Fodero 1996, S. 12)

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts werden Menschenpyramiden in die sogenannte Leibeserziehung eingeführt und von da an oft “bei spektakulären Darbietungen auf Turnfesten wie z.B. bei den jährlichen Festen und den 25-Jahr-Feiern der deutschen Turnvereine und den von slowakischen Sokolen veranstalteten Slets (Festspiele)” (Fodero 1996, S. 12) dargeboten.

Menschenpyramiden finden heutzutage wieder mehr AnhängerInnen, so werden z.B. in Ferienprogrammen und Volkshochschulen des öfteren entsprechende Kurse angeboten und auch durch die immer häufiger werdenden Kinderzirkusprojekte findet diese Akrobatikdisziplin einen größeren Zulauf.

 

b. Verschiedene Sparten

Akrobatik ist ein großer Überbegriff, der sich grundsätzlich in Boden- und Luftakrobatik (z.B. Trapez) einteilen läßt. Bodenakrobatik wiederum kann in statische und dynamische Akrobatik (z.B. Wurf- und Schleuderakrobatik) unterteilt werden:

“Unter statischer Akrobatik ist der gezielte Einsatz von Techniken und Körperkräften zu verstehen, deren Anwendung nötig ist, um bestehende (hier besonders: extreme, nicht alltägliche) Positionen zu erhalten. Je sicherer ein Gleichgewichtszustand beherrscht wird, desto weniger Muskelkraft muß aufgewandt werden, um das Gleichgewicht zu erhalten. Wenn dagegen das Gleichgewicht labil ist, muß durch permanenten Krafteinsatz die Gleichgewichtsstellung neu ausbalanciert werden.

Der Begriff dynamische Akrobatik hingegen bezeichnet diejenigen Kräfte und Techniken, mit denen man akrobatische Bewegungsabläufe steuert (...). Wie auch bei der statischen Akrobatik sind die meisten der eingesetzten Bewegungen im alltäglichen Bewegungsrepertoire nicht enthalten.

Die Grenzen zwischen beiden Bereichen sind teilweise fließend (...)” (Melczer-Lukacs  1989, S. 16).

Im Rahmen dieser Arbeit wird es um statische Bodenakrobatik gehen. Sie setzt sich im Wesentlichen aus Partnerakrobatik (manchmal auch Positionsakrobatik genannt) und Menschenpyramiden zusammen, wobei auch hier der Übergang bei einzelnen Übungen fließend ist.

Einteilungskriterien für Partnerakrobatische Übungen sind z.B.:

  • Schwierigkeitsgrad
  • Anzahl der beteiligten Menschen
  • Symmetrische oder unsymmetrische Gleichgewichtsstellungen

Einteilungskriterien für Menschenpyramiden sind z.B.:

  • freie Pyramiden oder Pyramiden mit Geräteaufbau
  • Bankpyramiden
  • Bückstandpyramiden
  • Kniestandpyramiden
  • Schulterstandpyramiden
  • Pyramiden mit “Hand und Fuß”
  • Flächenpyramiden

 

 In dieser Arbeit werden hauptsächlich freie, meistens statische Flächen- und Bankpyramiden behandelt, andere Formen (z.B. Verwandlungspyramiden, Bewegungspyramiden) werden höchstens am Rande erwähnt.

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