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Circuspädagogik. Erarbeitung einer Konzeption für einen Akrobatik- und Menschenpyramidenworkshop mit dem Ziel einer Präsentation

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C. Methoden

 

1. Voraussetzungen

Bei der Planung eines Akrobatik- und Menschenpyramidenworkshops müssen Überlegungen zur nötigen Infrastruktur, zum entsprechendem Material und zur Gruppenkonstellation miteinbezogen werden.

 

a. Technische Überlegungen

Für die Durchführung eines Akrobatik- und Menschenpyramidenworkshops werden benötigt:

 

  • Raum

Ein geeigneter Raum, d.h. ausreichender Platz, ausreichende Deckenhöhe,  keine Ecken und Kanten im Aktionsradius, entsprechende Raumtemperatur, ebener Boden ohne Löcher, der nicht zu hart und kalt sein soll (z.B. kein Beton oder gar Stein). Am besten eignet sich eine Turnhalle oder bei angemessener Außentemperatur eine ebene Wiese.

  • Matten

Genug geeignete Matten als Unterlage, d.h. die Matten sollten ca. sechs bis zehn Zentimeter dick und weder zu hart noch zu weich sein. Ideal sind Matten, die zum Bodenturnen benützt werden.

  • Kleidung

Am besten eignen sich Baumwolleggings oder Shorts, da “direkter Hautkontakt (...) eine ideale Reibung bei Haltepositionen” (Fodero 1996, S.20) gibt. Deshalb sollte Akrobatik am besten barfuß ausgeführt werden, auch gummibesohlte Gymnastikschuhe sind geeignet. Schmuck und Brillen sollen abgelegt werden.

(vgl. Melczer-Lukacs 1989, S. 15)

 

b. Gruppenzusammensetzung

  • Anzahl

Meiner Meinung nach sollten nicht mehr als maximal zwölf Kinder und Jugendliche an einem Akrobatik- und Menschenpyramidenworkshop, der von einer Person geleitet wird, teilnehmen, weil ansonsten die nötige individuelle Anleitung, Motivation und Korrektur nicht mehr sichergestellt ist. Meinen Erfahrungen nach werden in einer Gruppe von sieben Menschen innerhalb kurzer Zeit die größten Erfolge erzielt, da mit dieser Anzahl schnell ansprechend aussehende Pyramiden erlernt werden können.

  • Alter

Keinesfalls muß die Gruppe altersmäßig homogen sein. Im Gegenteil werden viele partnerakrobatische Übungen und Pyramiden einfacher, wenn der leichtere vom kräftigeren Menschen gehalten wird. Der Größen- und Gewichtsunterschied im Alter von 8-18 Jahren ist enorm, weshalb ungleiche PartnerInnen oft raschere Fortschritte machen können.

  • Geschlecht

Spätestens mit Beginn der Pubertät können in gemischten Gruppen ernsthafte Probleme auftauchen. Jungen wollen vor den Mädchen angeben und integrieren sich schlecht in die Gruppe. Teilweise weigern sie sich schlicht, ihre Schuhe auszuziehen, weil ihnen ihre “Stinkfüße” vor den Mädchen peinlich sind. Jungen verhalten sich dominant und versuchen, den Mädchen Raum und die Aufmerksamkeit der Workshopleitung zu nehmen. In dieser Altersstufe habe ich gute Erfahrungen mit getrennten Gruppen gemacht.

Später, ab ungefähr 15 Jahren, überwiegt oft das gegenseitige Interesse und einer gemischten Gruppe steht prinzipiell nichts entgegen, wenn alle TeilnehmerInnen damit einverstanden sind.

Die Workshopleitung sollte jedoch immer darauf achten, patriarchale Verhaltensweisen und Strukturen zu erkennen, zu benennen und nötigenfalls einzugreifen, da bei der Akrobatik ein sehr körperintensiver und -naher Kontakt stattfindet.

 

2. Kennenlernrunde

Wenn die TeilnehmerInnen sich teilweise noch nicht kennen, sollte am Anfang eine kurze Kennenlernrunde erfolgen. Name, Alter, eventuell Wohnort, eventuelle Vorkenntnisse bzw. verwandte sportliche Erfahrungen (z.B. Ballett, Geräteturnen, Trampolin etc.) und die persönliche Motivation, an diesem Workshop teilzunehmen, können dabei genannt werden. Auch wenn sich ein Großteil der Gruppe schon kennt, sind diese Informationen für die Leitung recht hilfreich, da sie die TeilnehmerInnen kennenlernt und schon grob einschätzen kann. Darüber hinaus können eventuelle falsche Erwartungen (z.B. Salto und Flickflack lernen) erkannt werden und sofort oder im anschließenden Exkurs gedämpft werden. Falls es realisierbare Spezialwünsche gibt, können sie jetzt noch in den Ablauf des Workshops integriert werden.

Hier ist auch die Gelegenheit, den TeilnehmerInnen einige Informationen zur Werkstattleitung zu geben.

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Siehe auch:
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Einführung Pädagogik: Begriffe - Strömungen -...
studium kompakt. Pädagogik: Schulpädagogik kompak...
Geschichte der Pädagogik: Von Platon bis zur Ge...
Wörterbuch der Pädagogik
dtv-Atlas Pädagogik
 
   
 
     

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